Vollwärmeschutzsysteme

 

 


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Meine Firma erstellt Vollwärmeschutzsysteme an Fassaden, Kellerdecken und oberen Dachgeschossen. Als Dämmmaterial findet hier Styropor oder Mineralwolle Verwendung. Als Beispiel ist im Folgenden die Montage eines Vollwärmeschutzsystems aus Styropor an Fassaden beschrieben.

 

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Die heutigen Vollwärmeschutzsysteme stellen Hochleistungsdämmsysteme dar, die eine sorgfältige Montage erfordern. Bei einer geschätzten Lebensdauer von 50 Jahren können Montagefehler sehr leicht zu einer vorzeitigen Erneuerung des Systems führen. Auch hängt die Qualität der Dämmleistung wesentlich von der Ausführung ab.

 

Ein Vollwärmeschutzsystem wird folgendermaßen montiert:

1.  Zunächst müssen vor Arbeitsbeginn die Dämmstärke und weitere technische Details festgelegt werden. Hierbei ist die Energieeinsparverordnung  2009 in jedem Fall einzuhalten. Dies bedeutet in der Praxis eine Mindestdämmstärke von ca. 16 cm Styropor. Ebenfalls muss die Qualität des Styropors festgelegt werden. Gegenwärtig sind 3 Qualitäten (WLG 040, 035, 032) handelsüblich, wobei die besseren Dämmwerte bei kleineren WLG-Werten erreicht werden.

2.    Nach einer Vorbehandlung der zu dämmenden Fläche (Reinigung oder Grundierung) wird zunächst eine Sockelschiene montiert bzw. wird als unterer Abschluss des Dämmsystems eine Folie im Erdreich verlegt. Zur Vermeidung von Wärmebrücken sollte die Dämmung immer in das Erdreich hineingeführt werden, da nur so eine Wärmebrücke unterhalb der Dämmung vermieden werden kann.

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3.    Der nächste Arbeitsschritt ist die Verklebung der Dämmplatten. Dabei ist darauf zu achten, dass zur Vermeidung von Wärmebrücken die Platten fugenlos verarbeitet werden.

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4.    Anschließend werden die Platten verdübelt. Obwohl dies nur bei gestrichen Flächen vorgeschrieben ist, verdübeln wir die Platten in der Regel grundsätzlich, da meiner Meinung nach damit die Lebensdauer des Systems verlängert wird. Wir verwenden dabei abdeckbare Dübel, da so der unvermeidliche Wärmefluss durch die Dübel reduziert wird.

 

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5.    Nun erfolgt die Montage der Eckwinkel als Kantenschutz sowie der Anschlüsse an andere Bauteile (z. B. Fenster) durch Anputzleisten. Auch die Fensterbänke werden jetzt montiert. Hierbei ist insbesondere darauf zu achten, dass die Ecken und Anschlüsse luftdicht ausgebildet werden. Wird das VWS-System von Luft hinterströmt, verringert sich die Dämmwirkung.

 

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6.    Der nächste Arbeitsschritt ist das Einbetten des Gewebes in eine Mörtelschicht auf der Oberseite der Platten. Diese Schicht schließt die Styroporplatten luftdicht ab und Verhindert eine Rissbildung.

 

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7.    Abschließend wird nun der Oberputz als Kratz-, Reibe-, oder Rillenputz aufgetragen. Damit ist das System fertig montiert. Zum Schutz vor Verschmutzungen sollte das Erdreich vor dem VWS-System mit einem ca. 50 cm breiten Steinbeet versehen werden. Nach ca. 10 Jahren ist dann ein Renovierungsanstrich erforderlich.